Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


augusto_boal

Augusto Boal

 Ja, du musst Gedichte machen, 
 du musst Rap-Schlachten machen, 
 du musst Partys und Partys auf der Straße organisieren, ja ...
 
 All dies, um die proletarische Jugend zu bestreiten, 
 alle mit theoretischem Zentralismus ... 
 Lade mich ein, in der Revolution zu tanzen !!!     @raufitoo
 
 Und es muss für heute sein! 

Jahrestag des Todes von Augusto Boal (2009) und Paulo Freire (1997) @raonijulian4u — twitter am 2. Mai 2020

Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal

Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.

Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und "Chamber in the Street", eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.

Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt.

Theater ist eine Form des Wissens; 
es soll und kann auch ein Mittel zur Veränderung der Gesellschaft sein. 
Theater kann uns helfen, unsere Zukunft aufzubauen, anstatt darauf zu warten.

Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, am selben Tag wie schon 1997 Paulo Freire.

"Wir müssen eine andere Welt erschaffen, weil wir wissen, dass es eine solche Möglichkeit gibt. 
Es liegt an uns, diese andere Welt mit unseren eigenen Händen auf ihrer Bühne 
in unserem eigenen Leben zu erschaffen." Augusto Boal

In Berlin:

http://kuringa.org/de/weiterbildung.html

Wurzeln und Flügel I – Grundlegende Konzepte der Methode - Forumtheater: die Entwicklung der Fragestellung - BILDER: Ästhetik der Unterdrückten -Klang / Rhythmus: Ästhetik der Unterdrückten - WORT: Ästhetik der Unterdrückten - Wurzeln und Flügel II – Dramaturgie (Erster Teil)

In Köln:

http://forumtheater-inszene.de

„Ich fand es spannend, weil man so zeigen kann, das es manchen Kindern nicht so gut geht.“ – ein Schüler (4. Klasse) nach einer Aufführung des Stückes „zusammenkommen“.

Die Kinder haben in dieser Aufführung einen Jungen, der von seiner Mutter nicht geweckt wird und dann in der Schule ausgegrenzt wird, morgens auf dem Weg zur Schule abgeholt und ihn nachmittags zu einer Geburtstagsfeier am Rhein eingeladen.

„Ich bekomme Unterstützung von der Stadt. Aber ich traue mich nicht, darüber zu reden, weil ich Angst habe, dass die anderen dann über mich lästern. – ein Schüler nach einem Auftritt des Stückes „Mit mir nicht!“ zum Thema Rassismus und Diskriminierung. In dem Nachgespräch hat sich der Schüler vor der gesamten Jahrgangsstufe geoutet.

„Ich hatte am Anfang keinen Plan, was ich werden will, aber langsam öffnen sich meine Türen“ – ein Schüler nach dem Workshop „Selbstbewusst auf dem Weg zum Ausbildungsplatz.

Auch in der Interaktion mit Erwachsenen war es ein spannendes Jahr: Immer mehr Anfragen und Auftritte zum Thema Alltagsrassismus und die ersten Szenen für Pflegekräfte sind entstanden mit einem Probelauf bei der Caritas in Köln.

In Graz:

Armutsnetzwerk Steiermark @ArmutsnetzwerkS 11. Okt. 2019

„Wohnen ist ein Menschenrecht“! In der selbsternannten Menschenrechtsstadt Graz gibt es dazu interaktives Forumtheater: In szenischen Verläufen ringen Menschen um ihr Recht auf leistbares, menschenwürdiges und bedürfnisgerechtes Wohnen https://interact-online.org/aktuell/wohnen-fuer-alle

In München:

Augusto Boal in München:

In New York:

In Frankreich, Italien, in der Schweiz, den Niederlanden

hatten wir vor Jahren mehr Kontakte, auch über internationale Festivals wie 1997 in Toronto http://fritz-letsch.eineweltnetz.org/augusto-boal

Weiterführende Literatur:

Zur Pädagogik der Unterdrückten

Paulo Freire: 1) Unterdrückung und Befreiung 2) Bildung und Hoffnung 3) Pädagogik der Autonomie Waxmann-Verlag 2007

Zum Theater der Unterdrückten

Eine Powerpoint-Zusammenstellung

Heilung von Autoritäts- und Erziehungsschäden:

Augusto Boals erstes Zentrum in Paris inspirierte mich: https://fritz-letsch.blogspot.com/2020/12/heilung-von-autoritats-und.html

Die Arbeit am Tabu: Lehren und Lernen mit Boal: Werkstattgedanken https://theater-methoden.blogspot.com/2020/12/die-arbeit-am-tabu-lehren-und-lernen.html

Legislatives Theater hierzulande einsetzen?

https://fritz-letsch-leg.blogspot.com/2019/05/legislatives-theater-hierzulande.html

Vom Forumtheater mit Augusto Boal zum Legislativen Theater https://theater-methoden.blogspot.com/2020/12/vom-forumtheater-mit-augusto-boal-zum.html (noch Entwurf)

Entwurf für eine internationale Fachkonferenz 23.-27. Okt '97 in München: Theaterpädagogik und Empowerment http://joker-netz.de/entwurf (internes Archiv, Links dort sind veraltet!)

"Szenisches Verhandeln" von Uta Atzpodien

https://doi.org/10.1515/9783839403389-004

Forumtheater war den staatlich und städtisch finanzierten Theatern immer fremd geblieben, weil sie nur an einen fertigen künstlerischen Autoren-Text oder ihre geprobte Performance glauben.

Forumtheater folgte dem Traum von Bert Brecht, mit dem Publikum in Dialog zu kommen. Was er auch für das Radio erhoffte, ist den weit agileren Südamerikanern vorbehalten geblieben, wenn sie, wie Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten, und Augusto Boal im Theater der Unterdrückten, den Dialog auf Augenhöhe erzeugten.

Verhandeln geht nur mit gleicher Höhe: Wie Aikido, argentinischer Tango und die Dämonen-Begegnung in der Heldenreise in Seminaren der Gestalttherapie: Es braucht eine Aus-Ein-Ander-Setzung, die den anderen Part ernst nimmt, nicht auslöschen will, sondern annehmen kann.

"Mit Hilfe des Theaters soll dem Menschen ein Werkzeug an die Hand gegeben werden, Verständnis und Lösungen für soziale und persönliche Probleme zu entwickeln. Augusto Boal: Der Regenbogen der Wünsche (…)

Seine im Laufe der Jahre entwickelten Methoden des Zeitungstheaters, Unsichtbaren Theaters, Forumtheaters und jüngst des Legislativen Theater

In Anmerkungen:

Bei den elf Techniken des Zeitungstheaters geht es um spontane und spielerische Reaktionen auf die Tagespresse, die ein »Richtig lesen lehren und lernen zum Ziel haben. »Es geht nicht darum, ein Kunstwerk zu schaffen. Jeder kann Künstler sein, jeder Raum kann zum Theaterraum werden, jedes Thema ist ein Thema fürs Theater. Augusto Boal (1989): Theater der Unterdrückten. Frankfurt: Suhrkamp, 29 f. 43

Im Unsichtbaren Theater wird eine vorher ausgearbeitete Konfliktsituation in der Öffentlichkeit gespielt, ohne dass sich das zufällige Publikum der Theatersituation bewusst ist und leicht zu einem unwissenden Mitspieler wird.

Im Forumtheater soll der Zuschauer in eine szenisch vorgestellte Konfliktsituation spielerisch handelnd eingreifen, die Rolle des Protagonisten übernehmen, um dabei zu helfen, Lösungen für die angesprochenen Probleme zu finden." https://fritz-letsch.blogspot.com/2022/09/szenisches-verhandeln-von-uta-atzpodien.html

Meine Buchbeiträge

Arbeitskreis Kritische Pädagogik

https://www.rosalux.de/stiftung/gespraechskreise/kritische-paedagogik

Kritische Praxis und Kritische Theorie

https://selbstorganisation-muc.blogspot.com/2021/04/de-kolonisieren-durch-internationale.html

"Die Opfer-Haltung steckt uns beim schlechten Gewissen so nahe, statt einzugestehen, 
welche Privilegien wir seit Jahrhunderten genießen, welche Ausbeutung seit 1492 
in aller Welt unseren Luxus finanziert hat, den wir nun aus Dummheit selbst zerstören ..."

Auf den Spuren des revolutionären Theaters von Augusto Boal zur autopoietischen Theaterarbeit ins 21. Jahrhundert: Dissertation Birgit Fritz http://othes.univie.ac.at/28450/1/2013-02-01_8560272.pdf

Talion - die Vergeltung? in english: https://dirty_wars_en.en-academic.com/52/Boal%2C_Augusto

/kunden/homepages/37/d358059291/htdocs/clickandbuilds/dokuWiki/BefreiungsBewegung/data/pages/augusto_boal.txt · Zuletzt geändert: 2023/05/02 10:52 von befreiung